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Aufnahme und damit Schwächung von Energiestrahlen beim Durchgang durch Materie. Die Absorption ist neben der Transmission und Reflexion die dritte bestimmende Größe beim Strahlungsdurchgang durch Glas.
Transmission + Reflexion + Absorption = 100 %
Die Strahlungsenergie wird durch die Absorption in Wärmeenergie umgewandelt. Dies führt zu einer Temperaturerhöhung der absorbierenden Glasscheibe.
Isolierglasscheiben bestehen in der Regel aus zwei Floatglasscheiben, die durch einen getrockneten und hermetisch abgeschlossenen Scheibenzwischenraum (SZR) voneinander getrennt sind. Zu diesem Zweck werden die beiden Glasscheiben mit einem Abstandhalter auf auf den gewünschten Abstand gebracht. Die Abstandhalter können aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff sein (s. auch "Warme Kante").
eingeteilt in die Gruppen:
P-A = durchwurfhemmend DIN EN 356 A
P-B = durchbruchhemmend DIN EN 356 B
BR = durchschusshemmend DIN EN 1063
D = sprengwirkungshemmend DIN 52290
Für Architekten, Planer und Verarbeiter stellen wir als besonderen Service vorformulierte Ausschreibungstexte zur Verfügung. Diese können bei uns angefordert werden.
auch "Shading coeffizient" genannt, stellt den mittleren Durchlassfaktor der Sonnenenergie, bezogen auf den Gesamtenergiedurchlassgrad einer 4 mm-Scheibe dar. Dies ist notwendig zur Kühllastberechnung eines Gebäudes.
= Glas als Werkstoff verfügt über eine 5000 Jahre alte Tradition. Sehr früh erkannte man auch die Bedeutung von Glas als Baustoff. Glas wurde bald zum Synonym für Belichtung, Schutz und Behaglichkeit. Heute findet es z. B. Verwendung für die Verglasung von Fenster, Türen, Wintergärten und Fassaden mit besonderen Wärme-, Sonnen- und Lärmschutz-Effekten im Neubau und im Renovationsbereich.
Anfang der 80er Jahre wurde farbneutrales Warmglas am Markt eingeführt. Um die Transparenz des Glases mit den hervorragenden Emissionseigenschaften der Edelmetalle zu verbinden, werden dünne Metallschichten auf das Glas aufgebracht.
Unter beschichtetem Warmglas versteht man die mit einer hauchdünnen (ca. 10 nm dicken) Funktionsschicht versehenen Floatglasscheibe. Durch die sehr dünne Metallbeschichtung ist einerseits die Durchlässigkeit für das Licht der Sonne gegeben, andererseits wird das Emissionsvermögen der Glasoberfläche verringert.
Es lassen sich wirklich neutrale Wärmefunktionsschichten mit niedrigem Emissionsvermögen (e = 0,03) herstellen, die einen Ug DIN-Wert von 1,1 W/m²K, im Standardaufbau mit Argonfüllung gewährleisten.
Aus dem so beschichteten Basisglas lässt sich eine umfangreiche Produktpalette mit Isolierglasaufbau herstellen. Diese Wärmedämmgläser werden unter der Produktbezeichnungen NEUTRALUX und VACUREX vertrieben. Auch Kombinationen mit Schallschutz- (AKUSTEX) oder Sicherheitseigenschaften (MULTIPACT) sind möglich.
Bei der schalltechnischen Beurteilung von Verglasungen findet das bewertete Schalldämm-Maß Rw nach DIN 52210 Teil 4 Verwendung. Es wird durch Messung und Vergleich mit der Bezugskurve ermittelt und in Dezibel ausgedrückt.
Aufgrund des logarithmischen Maßstabs, bewirkt eine Verbesserung der Schalldämmung von 10 dB eine Halbierung der Lärmbelästigung.
ist ein Flachglas, geeignet zur Herstellung von Brandschutzsystemen der Feuerwiderstandsklassen F und G, die alle an raumabschließende Wände der entsprechenden Feuerwiderstandsklassen gestellten Anforderungen erfüllen nach DIN 4102, Teil 2 und 5.
entfiel mit der EnEV bzw. wurde ersetzt durch neuen Entwurf der Bauregelliste.
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Chemische Beständigkeit
Glas ist im allgemeinen ausreichend chemisch stabil und beständig gegen Säuren (außer gegen Flussäuren) sowie begrenzt gegen Laugen.
Chemisch vorgespanntes Glas
= Spannungszustand ähnlich thermisch vorgespanntem Glas, jedoch entspricht die erreichte Bruchstruktur nicht den notwendigen Sicherheitsanforderungen.
D
- kein Eintrag -
E
Echtantikglas
Glas mit stärkerer Blasenbildung als bei Antikglas.
ED
Alte Dickenbezeichnung [einfache Dicke] für industriell gefertigtes 1,8 mm dickes Fensterglas. Nach Dicke aufsteigende Reihenfolge : Dünnglas - Fensterglas EE, MD, DD-Dickglas.
Einscheiben-Sicherheitsglas [ESG]
Thermisch vorgespanntes Flachglas, mit erhöhter mechanischer Festigkeit sowie erhöhter Temperaturwechselbeständigkeit. Das Bruchbild ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl stumpfkantiger, annähernd gleichgroßer Krümel. Bei der Herstellung wird die Glasplatte über die Erweichungstemperatur hinaus erhitzt und anschließend mit kalter Luft abgeschreckt. Dies ist das so genannte Vorspannen. Dadurch erstarrt die Oberfläche während das Innere des Glases noch viskos ist. (viskos = zäh) Dieses kann sich aufgrund der langsameren Abkühlung stärker zusammenziehen als die Oberfläche. Als Folge der Gefügeunterschiede setzt das Glasinnere [kleinvolumiges, geschlossenes Gefüge] die Oberfläche des Glases [großvolumiges, offenes Gefüge] unter Druckspannung. Bei mechanischer Belastung von ESG muss zuerst die eingebrachte Oberflächenspannung überwunden werden, um eine Veränderung im Glasgefüge [z.B. Risseinleitung] zu bewirken. Oberflächenspannung von ESG = 120 N/mm². Dies ist in der Bauregelliste unter A 11.4 enthalten.
Was ist ein Spontanbruch? Die verzögerte Zerstörung von thermisch vorgespanntem Glas (ESG) ohne erkennbare äußere einwirkung wird als solches bezeichnet. Nicht zu verwechseln mit dem Spontanbruch sind zeitlich verstetzte auftretende Glasbrüche durch mechanische Einwirkungen oder Kantenverletzungen. Unsachgemäßer Transport und Verarbeitung können ebenfalls zum Bruch führen.
Was ist die Ursache von Spontanbrüchen? Ursache von Spontanbrüchen sind in der Regel Fremdkörpereinschlüsse, wie z.B. Nickelsulfid - das tritt bei der Glasproduktion unvermeidbar in Spuren und statistisch verteilt in der Glasmasse auf. Dies ist unvermeidbar und bei normalem Floatglas auch völlig unbedenklich. Wird Floatglas allerdings thermisch vorgespannt, können die Nickelsulfideinschlüsse nach dem Abkühlungsprozess zu neuem Wachstum, wie nachfolgend beschrieben, angeregt werden: Wegen seiner Neigung zur allotropen Umwandlung (Allotropie = die Eigenschaft eines chemischen Stoffes, in verschiedenen Kristallformen vorzukommen [z.B. Kohlenstoff als Diamant und Graphit]) von a-NiS in b-NiS und einer damit verbundenen Volumenvergrößerung von ca. 4 % führt Nickelsulfid, wenn es in der Zugzone des thermisch vorgespannten Floatglases liegt, zum Spontanbruch. Das Wachstum schreitet sehr langsam voran. So ist es möglich, dass erst nach Jahren die Nickelsulfideinschlüsse einen ausreichenden Druck aufbauen, um eine ESG-Scheibe zu zerstören.
Wie kann ich mich und meinen Kunden weitestgehend davor schützen? Die thermisch vorgespannten Verglasungen durchlaufen einen so genannten Heißlagerungstest (Heat-Soak-Test). Die Bauregelliste A (BRL-A) führte das heißgelagerte Einscheibensicherheitsglas (ESG-H) als geregeltes Bauprodukt im Jahre 2002 in der Bundesrepublik Deutschland ein. In einem zertifizierten Heat-Soak-Ofen werden die Gläser an jeder Stelle einer Temperatur von 290 °C +/- 10 °C über eine definierte Haltezeit von mindestens 4 Stunden ausgesetzt. Hierbei wird durch Erhitzen der Scheibe ein möglicher Spontanbruch gewollt herbeigeführt.
Was habe ich dabei unbedingt zu beachten? Die Gefahr des Spontanbruchs kann, wie vor beschrieben, nur durch einen kostenpflichtigen Heißlagerungstest (H-Test) weitestgehend reduziert werden, ohne dass damit aber ein vollständiger Ausschluss des Bruchrisikos einhergeht. Fremdkörpereinschlüsse und damit verbundene Spontanbrüche lassen sich physikalisch nicht vermeiden und begründen deshalb auch keinen Gewährleistungsanspruch. Ein entsprechender Hinweis an Ihren Kunden hat unbeding zu erfolgen.
Eisblumenglas
Mit Eisblumenmuster versehendes Flachglas. Bei der Herstellung dieses Glases wird Leim auf eine mattierte Oberfläche aufgetragen und getrocknet. Die durch die Aushärtung des Leimes entstehende Schrumpfung führt zu dessen Ablösung. Dabei werden Glasmuscheln durch den Leim aus der Glasoberfläche herausgelöst. Das entstehende Muster erinnert an "Eisblumen", wie sie früher auf Einfachfenstern auftraten.
Emailliertes Glas
Einseitig mit einer Emaillefarbe überzogenes ESG. Die Beschichtung ist eingebrannt und dadurch abriebfest.
Emissivität
Dieser Wert beschreibt die Fähigkeit einer bestimmten Oberfläche, Wärmestrahlung zu reflektieren. Je niedriger die Emissivität, desto mehr Wärme wird in den Raum zurück reflektiert.
Entspiegeltes Glas Flachglas, bei dem die sonst üblichen Reflexe durch Beschichtungen minimiert werden.
Erweichungstemperatur Temperaturbereich bei dem der Erweichungspunkt einer Glasschmelze liegt. Auch Transformationspunkt bzw. -temperatur Tj genannt. Tg von Floatglas liegt bei etwa 520 °C.
Facette, Facettenkante
Kante mit einem von 90 ° abweichenden Winkel. [Abk. nach DIN: FK]
Farbglas
Eingefärbte Gläser [nicht nur gefärbte Oberfläche].
Farbloses Glas Gläser für optisch relevante Anwendungen, bei denen der Eisenanteil reduziert wurde, um so den Grünstich zu minimieren.
Farbstich Grünliche Einfärbung von Kalk-Natron-Silicatgläsern, hervorgerufen durch geringe Mengen Eisenoxid in den natürlichen Rohstoffen. Kein rügefähiger Mangel.
Fensterglas 1. Alte Bezeichnung für maschinell gezogenes Flachglas [Tafelglas, Spiegelglas], [siehe hierzu DIN 1249, Teil 1]. 2. Alte Dickenbezeichnung für: ED /MD /DD. Nach Dicke aufsteigende Reihenfolge: Dünnglas-Fensterglas EE, MD, DD-Dickglas.
Feuerschutzglas
Oberbegriff für geprüfte Gläser, die die Anforderungen einer Feuerwiderstandsklasse erfüllen.
Feuerwiderstandsklassen [für Verglasungen] DIN 4102 1. Feuerwiderstandsklassen G. Verhinderung des Branddurchtritts über eine bestimmte Branddauer. 2. Feuerwiderstandsklassen F. Zusätzliche Verhinderung der Wärme[ab]strahlung. 3. Feuerwiderstandsklassen T. Verglasungen in Türen; erfüllen die Erfordernisse der Klassen F. [Siehe Feuerwiderstandsdauer]
Feuerwiderstandsdauer Die den Feuerwiderstandsklassen zugeordnete Brandbelastungsdauer, der ein Werkstoff mind. genügen muss [30, 60, 90, 120, 180, 240 Minuten].
Feuerzeugtest Test durch den geklärt werden soll ob ein MIG beschichtete Scheiben enthält. [Aufschluss durch unterschiedliche Spiegelung der Flamme].
Flächengewicht
Ein Quadratmeter Floatglas besitzt je Millimeter Dicke ein Gewicht von 2,5 kg [Drahtglas 2,6 kg].
Flachglas
Bezeichnung für alle Gläser [meist Kalk-Natron-Silikat-Gläser oder Borosilikatgläser] mit parallel verlaufenden Oberflächen. Meist durch Floatprozess hergestellt [Floatglas].
Floatglas
1. Durch Floatverfahren hergestellte Flachglasprodukte. Der Begriff "float" = Schwimmen kommt vom Zinnbad her, auf dem die Glasschmelze zur Erzielung einer möglichst planen Oberfläche abgekühlt wird.
2. Aktueller Begriff für Spiegelglas, der jedoch noch nicht Einzug in die Normung gefunden hat.
Flußmittel Zusätze im Glasgemenge [Soda, Pottasche], die die Schmelztemperatur absenken.
Flußsäure Fluor-Wasserstoff-Säure. Greift mit hohem Oberflächenabtrag Glasoberflächen an. Wird zum Glasätzen verwendet. Hohe Umweltproblematik!
Ganzglasanlagen
Glaskonstruktionen, deren Scheibenkanten ganz oder teilweise rahmenlos gehalten sind.
Ganzglastür
Rahmenlose Glas-Tür.
Gartenbau-Glas
Oberbegriff für Flachglas zu Gartenbauzwecken. Gartenblankglas DIN 11 525; Gartenklarglas DIN 11 526.
Gebogenes Glas
Durch Erhitzen im Biegeofen gebogenes Flachglas.
Gehrungskante
Kanten die zur Glasoberfläche einen bestimmten Winkel bilden.
Gemenge
Gemisch von Rohstoffen und Scherben, aus denen Flachglas erschmolzen wird.
Gesamtenergiedurchlaßgrad
g-Wert nach DIN 67 507 bzw. EN 410: gibt an, welcher Teil in der auftreffenden Sonneneinstrahlung [Wellenlängenbereich von 300 nm - 2500 nm] in das Rauminnere gelangt. Dieser setzt sich auch der direkten Einstrahlung [Strahlungstransmissionsgrad] und dem Wärmeintrag durch die aufgeheizte Scheibe [q][sekundäre Wärmeabgabe nach innen infolge langwelliger Strahlung und Konvektion] zusammen. Die Angabe erfolgt in %. g = te + qi.
Gesäumte Kante
Schnittkante mit gebrochenen Kantenrändern. [Siehe auch Kantenbearbeitung]
Geschliffene Kante
Ganzflächig durch Schleifen behandelte Kantenoberfläche. Schleifmattes Aussehen - einzelne blanke Stellen und Ausmuschelungen sind zulässig. [Siehe auch Kantenbearbeitung]
Geschnittene Kante
Unbearbeitete gerade Kante [Schnittkante]. [Siehe Kantenbearbeitung]
Gestoßene Ecke
Anschleifen der Scheibenecken.
Glas
Glas ist ein anorganisches Schmelzprodukt, das im wesentlichen ohne Kristallisation erstarrt. Im thermodynamischen Sinne ist Glas eine eingefrorene unterkühlte Flüssigkeit.
Glasarten
Gläser, die sich durch ihre chemische Zusammensetzung unterscheiden [DIN 1259].
Glasbaustein
Quaderförmiges Hohlglaselement [DIN 18175].
Glaskanten
Die, eine Glasscheibe [Glasoberflächen] begrenzenden Ränder und die zwischen diesen Rändern liegenden Flächen [Kantenoberflächen]. DIN 1249, Teil 11.
Glaskeramik
Glaserzeugnis mit hoher Temperaturwechselbeständigkeit. Diese wird hergestellt durch besonders gesteuerte Wärmebehandlung [erste Haltezeit bei Keimbildungstemperatur, zweite Haltezeit bei Kristallwachstumstemperatur], bei der das Glas z.T. auskristallisiert [Entglasung].
Glasschliff
Abtragende Oberflächenbearbeitung von Glas [Kantenbearbeitung, Flächenbearbeitung].
Glasschwert
Zur Aussteifung einer Konstruktion angebrachtes VSG mit tragender Wirkung. Meist in Verbindung mit Punkthaltern.
Glasveredelung
Nachträgliche Be- und Verarbeitung des Glases zur Anpassung an bestimmte Verwendungszwecke.
Glaszement
Meist zweikomponentiges Verbindungsmittel zur Verklebung zweier Glaselemente.
Goetheglas
Mundgeblasenes, schwach geschliertes Glas.
Grünstich
Grünliche Einfärbung von Kalk-Natron-Silicatgläsern, hervorgerufen durch geringe Mengen Eisenoxid in den natürlichen Rohstoffen. Kein rügefähiger Mangel.
Gußantikglas
Ornamentglas mit Antikglas-Charakter.
Gußglas
Gegossenes und gewalztes Glas, durchsichtmindernd, z.T. mit Drahtnetzeinlage. [Siehe DIN 1249, Bauregelliste A 11.2]
g-Wert
[Siehe Gesamtenergiedurchlassgrad]
Heat-Soak-Test [H-Test]
Heißlagerungstest für ESG. Der H-Test soll die Hochtemperatur-Tieftemperatur Umwandlung von Nickel-Sulfid-Einschlüssen herbeiführen, die zum Spontanbruch führen können. Wird u.a. für absturzsichernde Verglasungen aus ESG, ESG-Fassadenplatten und nicht vierseitig linienförmig gelagerte ESG Scheiben gefordert. Die neue Bauregelliste 2002/1 schreibt seit dem 14.08.2002 für heißgelagertes ESG einen vollständigen dokumentierten Heak-Soak-Test in einem kalibrierten Ofen vor [ESG-H].
Was habe ich dabei unbedingt zu beachten? Die Gefahr des Spontanbruchs kann, wie vor beschrieben, nur durch einen kostenpflichtigen Heißlagerungstest (H-Test) weitestgehend reduziert werden, ohne dass damit aber ein vollständiger Ausschluss des Bruchrisikos einhergeht. Fremdkörpereinschlüsse und damit verbundene Spontanbrüche lassen sich physikalisch nicht vermeiden und begründen deshalb auch keinen Gewährleistungsanspruch.
Heißlagerungstest
[Siehe Heat-Soak-Test]
Heizscheiben Gläser, die mittels ein- oder aufgebrachten leitfähigen Drähten oder Schichten erwärmt.
I
Infrarotdurchlässigkeit
Ungefärbte Gläser besitzen hohe Lichtdurchlässigkeit im Wellenlängenbereich von 780 bis 2800 nm [von 780 nach 2800 nm hin abfallend]. Bei Kalt-Natron-Silicatgläsern tritt eine Absorptionsbande von 285 nm auf.
Inselbildung [Bruchbild]
Bildung einer Glasinsel [Bruchkante berührt nirgends den Scheibenrand]. Tritt häufig bei TVG auf.
Intercept
Abstandhalter [vergleichbar mit U-Profil] mit reduziertem Wärmebrückenanteil meist aus Edelstahl.
Interferenzerscheinungen
Auch als Newtonsche Ringe bekannt. Wechselwirkung zwischen mehreren Glasoberflächen und Licht. Kein rügefähiger Mangel.
Irisieren
Auftretende Regenbogenfarben auf der Glasoberfläche [z.T. durch teilweise Zersetzung der Oberfläche]. Kann auch künstlich durch Beschichtung erzeugt werden.
Isolierglas
- kein Eintrag -
J
- kein Eintrag -
K
Kante [des Glases]
Die gerade Kante bildet mit der Glasoberfläche einen Winkel vin annähernd 90° [Schnittkante]. [Siehe Kantenbearbeitung]
Kantenbearbeitung
Geschnittene Kante [Abk. nach DIN 1249-12: KG]
Gesäumte Kante [Abk. nach DIN 1249-12: KGS]
Maßgeschliffene [justierte] Kante [Abk. nach DIN 1249-12: KMG]
Geschliffene [feinjustierte] Kante [Abk. nach DIN 1249-12: KGN]
Polierte Kante [Abk. nach DIN 1249-12: KPO]
Kastenfenster
Doppelfenster mit innerem und äußerem Flügel aus Einfachverglasung. Noch häufig in Altbauten anzutreffen.
Kathedralglas
Gußglas mit gehämmerter Struktur.
Kieselglas
Quarzglas [nahezu aus 100 % SiO2] mit extrem hoher Temperaturwechselbeständigkeit und hoher UV-Durchlässigkeit.
Klimalast
Bezeichnung für die klimatisch bedingte Druckdifferenz zwischen dem SZR eines MIG. Kann z.T mit mehreren KN/m² Schnee- und Windlasten überschreiten. Klimalasten werden nach der neuen "Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen" bei der Auslegung von MIG berücksichtigt.
Kondenswasser
Feuchtigkeit, die sich z.B. aus der Luft an zu kalten Bauteilen, so genannten "Wärmebrücken" niederschlägt, wenn die Sättigungsfeuchte überschritten ist. Tritt z.T. bei Wärmedämmgläsern mit hoher Isolationsgüte während der Übergangszeiten auf [Beschlag der Außenscheiben].
Konkav
Nach innen gewölbt, vertieft.
Konvex
Nach außen gewölbt, erhaben.
Kristallglas
Häufig übliche Bezeichnung für meist bleihaltiges, geschliffenes Hohlglas.
Kristallspiegelglas
Früher: Gegossenes und gewalztes Glas, auf beiden Seiten geschliffen. Heute: Durch Floatverfahren hergestelltes Spiegelglas.
Krypton
Edelgas, wird zur Verbesserung des U-Wertes bei MIG als Gasfüllung herangezogen.
Lichtstreuung
Verteilung des einfallenden Lichts durch Streuung bzw. Reflexion.
Lichttransmission/Lichtdurchlässigkeit
Die Lichtdurchlässigkeit drückt den direkt durchgelassenen, sichtbaren Strahlungsanteil im Bereich der Wellenlänge des sichtbaren Lichts von 380 nm bis 780 nm, bezogen auf die Hellempfindlichkeit des menschlichen Auges, aus. Die Lichtdurchlässigkeit wird in Prozent angegeben und u.a. von der Glasdicke beeinflusst. Bedingt durch den unterschiedlichen Eisenoxidgehalt des Glases sind geringfügige Schwankungen möglich. So verfügt Floatglas als Einzelscheibe im sichtbaren Spektralbereich über eine Lichtdurchlässigkeit von 90 %. Normales, unbeschichtetes Isolierglas, bestehend aus zwei Floatglasscheiben, besitzt eine Lichtdurchlässigkeit von ca. 80 %. Beschichtetes Isolierglas besitzt eine Lichtdurchlässigkeit von ca. 75 - 80 %.
M
Mattglas
Durch Sandstrahlen [sandmatt] oder durch Ätzen [säurematt] einseitig oder zweiseitig mattiertes Flachglas. Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzung. Matt-Effekt wird bei VSG durch Verwendung einer matten Folie erreicht.
Mattieren
Oberflächenverarbeitung des Glases durch Ätzen, Sandstrahlen oder Schleifen.
MD
Alte Dickenbezeichnung [mittlere Dicke] für industriell gefertigtes 2,8 mm dickes Fensterglas. Nach Dicke aufsteigende Reihenfolge: Dünnglas-Fensterglas EE, MD, DD-Dickglas.
Mehrscheiben-Isolierglas [MIG]
Verglasungseinheiten aus zwei oder mehreren Glastafeln aufgebaut, die jeweils durch einen Zwischenraum [SZR = Scheibenzwischenraum] voneinander getrennt sind. Abstandshalterprofile gewährleisten den Scheibenabstand. Der SZR ist entweder mit getrockneter Luft oder mit Gasen bzw. Gasgemischen gefüllt: die Einheiten sind im Randbereich luft- und feuchtigkeitsdicht meist durch organische Dichtungsmassen verbunden. [Glasränder wurden früher z.T. auch miteinander verschweißt].
Messingverglasung
Verglasung mit Messingsprossen bzw. mit Messing überzogenen Bleiruten.
MIG [Abk.]
Mehrscheiben-Isolierglas.
Milchüberfangglas
Farbloses Glas mit einer milchig getrübten Überzugsschicht [Überfang].
Monolitisch
Einfacher homogener Scheibenaufbau [im Gegensatz zum Doppelverbund wie bei VSG].
Mundblasverfahren
Glasherstellung mittels Glasmacherpfeife. Wird noch zur Fertigung vieler Farb- und Spezialgläser bzw. im Kunsthandwerk ausgeübt.
N
- kein Eintrag -
Oberflächenveredelung
Nachträgliche Bearbeitung der Oberfläche von Flachgläsern durch Schleifen, Ätzen, Sandstrahlen, Eisblumieren oder Emaillieren.
Opak
Undurchsichtig
Ornamentglas
Gußglas mit Oberflächenprägung.
P
Panzerglas
Frühere Bezeichnung für durchschusshemmendes VSG. [Siehe Angriffshemmendes Glas]
Photovoltaik-Module
Abk. PV-Module. Meist Silizium Halbleiterelemente [Solarzellen] die bei Lichteinstrahlung elektrischen Strom abgeben. Wirkungsgrade: monokristalline Zellen: 12 bis 16 % polykristalline Zellen: 9 bis 14 % amorphe Zellen: 4 bis 5 %.
Polierte Kante
[Siehe Kantenbearbeitung]
Profilbauglas
Gußglas mit U-Profil [breiter Steg, schmale Flansche]. Ornamierte Oberfläche. Auch mit Drahteinlage. DIN 1249, Teil 5. Bauregelliste A 11.3.
PVB
Abk. für Polyvinylbutyral. Zähelastische Zwischenfolie bei VSG. Einfache Foliendicke 0,38 mm. Je mehr Folien eingesetzt werden, desto höher ist die Resttragfähigkeit.
Q
Quarzglas
Glas aus nahezu 100 % Kieselsäure [Kieselglas].
Reflexarmes
Glas Flachglas mit reflexmindernden Schichten.
Rohglas
Gewalztes Gußglas mit gering gemusterter Oberfläche
Rw-Wert
Das bewertete Schalldämmaß Rw gibt das Schalldämmvermögen eines Bauteils an. Dabei bleibt die Schallübertragung über flankierende, konstruktive Bauteile unberücksichtigt. [dB] Weitere Schalldämmaße: R'w; R'w,B: Bewertetes Schalldämmaß inkl. Schallübertragung flankierender Bauteile [eingebautes Fenster]. Rw,P: Bewertetes Schalldämmaß ohne den Einfluß flankierender Bauteile nach DIN 52210. Wird in Prüfzeugnissen auch als Rw bezeichnet. R'w,Res: Resultierendes Schalldämmaß des Bauteils Wand inkl. Fenster, Türen, Rolladen usw.
S
Sandstrahlmattierung
Mattierung der Glasoberfläche mittels Sandstrahlgebläse.
Satinieren
Mattieren der Glasoberfläche durch Säureätzen bzw. Sandstrahlen.
Säumen
Abschleifen der Schnittkanten. Die Kantenoberfläche bleibt unbearbeitet. [Siehe Kantenbearbeitung]
Schallschutzglas
Schallschutz [erhöhte Geräuschdämmung] wird durch Anordnung unterschiedlicher Glasdicken, Gasfüllung [SF6] im SZR sowie Verwendung von VSG mit spezieller Schallschutzfolie möglich.
Schnittkante
Unbearbeitete gerade Kante. [siehe auch Kantenbearbeitung]
SF6
Schwefelhexafluorid, schweres Gas, das beim Einsatz in MIG eine Erhöhung der Schalldämmung zur Folge hat [hat U-Wert-Verschlechterung zur Folge].
SG
Abk. für Verglasungstechnik Structural Glazing.
Sicherheitsglas Glas mit sicherheitsrelevanten [bezogen auf Sach- und Personenschutz] Eigenschaften. [Siehe Einscheiben-Sicherheitsglas und Verbund-Sicherheitsglas]
Sicherheits-Sonderverglasung
VSG, mit mehrfach Folien bzw. Glasaufbau, das einer bestimmten Gewalteinwirkung einen bestimmten Widerstand entgegensetzt. - Angriffshemmende Verglasung, siehe DIN EN 356, DIN EN 1063 und DIN 52290: - Durchwurfhemmend: Kennbuchstabe P1A bis P2A [DIN EN 356]- Durchbruchhemmend: Kennbuchstabe P6B bis P7B [DIN EN 356]- Durchschusshemmend: Kennbuchstabe BR1 bis BR7 [DIN EN 1063]- Sprengwirkungshemmend: Kennbuchstabe D [DIN 52290 Teil 5; zur Zeit noch gültig].
Sonnenschutzglas
Glas, das die langwelligen Wärmestrahlen reflektiert und oder absorbier Reflexion: Wird erhöht durch spezielle Bedampfung bzw. Beschichtung der Glasoberfläche. Absorption: Wird erhöht durch in der Masse gefärbte Gläser [Abfährung der aufgestauten Wärme erforderlich; bei Schlagschatten nur vorgespannt zu verwenden].
Spiegelglas
Normgerechte Bezeichnung [DIN 1249, Teil 3] für planes, durchsichtiges Glas, heute im Floatverfahren hergestellt. [Bauregelliste A 11.1]
Spionspiegel
Verspiegeltes Glas, dass von der helleren Seite zur dunkleren Seite durchsichtig erscheint.
Standsicherheit
Nachweis, dass die zugrundegelegten Lasten ohne Zerstörung aufgenommen werden können.
Structural Glazing
Verglasungstechnik ohne Glashalteleisten [kleben].
SZR
Abk. Scheibenzwischenraum
- kein Eintrag -
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U
U-Wert
Gibt die Wärmemenge [W] an, die pro Quadratmeter [m²] Fläche und bei einem Temperaturunterschied von 1 K durch ein Bauteil hindurchgehen. U=W/m² K. Prüfnorm des U-Wertes für die Verglasung [Uv]: 52619 Teil 2/[Ug]: EN 673/EN 674
Wärmedurchgangskoeffizient gemäß DIN 4108. Messung des Plattenwiderstandes: DIN 52612 Abhängigkeit von den Wärmeübergangswiderständen 1/a¡ und 1/aa und dem Wärmedurchlasswiderstand 1/L.
Überkopfverglasung [ÜKV]
Nach den "Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen". Alle Verglasungen mit einer Neigung zur Vertikalen von mehr als 10°. Die Bestimmungen für Überkopfverglasungen gelten auch für Vertikalverglasungen, sofern diese nicht nur kurzzeitigen veränderlichen Einwirkungen wie z.B. Windeinwirkungen unterliegen. Dazu zählen z.B. lotrechte Teile von Shed-Verglasungen, bei denen eine Belastung durch Schneeanhäufung möglich ist.
Ultraviolett [UV]
Kurzwelliger Bereich der Sonnenstrahlung.
Ü-Zeichen
Das Ü-Zeichen drückt die Konformität eines Produktes mit der Bauregelliste aus. ÜZ: Übereinstimmungszertifikat durch anerkannte Prüfstelle. [MIG luftgefüllt, ohne Beschichtung] ÜH: Übereinstimmungserklärung des Herstellers. [MIG gasgefüllt, mit oder ohne Beschichtung] Das Ü-Zeichen muss die folgenden Angaben enthalten:
1. Name des Herstellers
2. Grundlage des Übereinstimmungsnachweises
2a. Die Kurzbezeichnung der maßgebenden technischen Regeln und der für den Verwendungszweck wesentlichen Merkmale des Bauprodukts,
2b. Die Bezeichnung für eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung als "Z" und deren Nummer,
2c. Die Bezeichnung für ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis als "P", die Bezeichnung der Prüfstelle und die Nummer des Prüfzeugnisses oder
2d. Die Bezeichnung "Zustimmung im Einzelfall" und die Behörde.
3. Bildzeichen oder Bezeichnung der Zertifizierungsstelle, sofern deren Einschaltung gefordert ist.
[Siehe Mehrscheiben-Isolierglas]
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Verbundglas
Oberbegriff für Glasverbundsysteme, wie Giesharzverbund, bei dem im Gegensatz zu VSG keine speziellen Anforderungen an die Zwischenschicht gestellt werden. Fälschlicherweise häufig auch als Bezeichnung für VSG verwendet.
Verbund-Sicherheitsglas [VSG]
Besteht auch zwei oder mehreren Float-Scheiben mit zähelastischen Zwischenfolien, die unter Wärme und hohem Druck verbunden werden. Auch mit Draht- oder Stahlfadeneinlage in der Zwischenfolie. Auch mit ESG oder TVG Scheiben machbar. Splitterbindend und bei entsprechender Dicke und Zusammensetzung angriffhemmend im Sinne von DIN 52920. [Siehe Angriffhemmendes Glas]
Verkehrssicherheit
Eine Verglasung ist verkehrssicher wenn unter vorhersehbaren Voraussetzungen eine Gefährdung nicht möglich ist.
Vertikalverglasung
Nach den "Technische Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen", alle Verglasungen mit einer Neigung zur Vertikalen von kleiner als 10°.
Vorspannen
Veredeln von Floatglas zu Sicherheitsglas, bei dem ein besonderer innerer Spannungsverlauf entsteht. Um eine Veränderung im Glasgefüge [z.B. Risseinleitung] zu bewirken, muss zuerst die eingebrachte Oberflächenspannung überwunden werden. Verfahren zur Herstellung von vorgespannten Gläsern:
Thermische Vorspannung
[siehe Einscheiben-Sicherheitsglas]. Normal gekühltes Glas wird auf seine Erweichungstemperatur homogen erhitzt. Anschließend wird das Glas mit kalter Luft abgeschreckt, wobei die Oberfläche sofort erstarrt. Das Innere ist noch viskos und kann sich zu einem engeren Gefüge zusammenziehen. Als Folge der Gefügeunterschiede setzt das Glasinnere [geschlossenes Gefüge] die Oberfläche des Glases [offenes Gefüge] unter Druckspannung.
Chemische Vorspannung: Normal gekühltes Glas kommt in eine hochtemperierte Salzlösung bzw. Salzschmelze. Dabei findet in der Glasoberfläche ein Ionenaustausch statt. Dieser Effekt kann durch Anlegen einer Spannung erhöht werden. Großvolumige Salz-Ionen werden gegen kleinvolumige Gas-Ionen ausgetauscht, wodurch in der Oberfläche eine Druckspannung entsteht. Der Spannungsverlauf zeigt eine stärkere Steigung als bei thermisch vorgespanntem ESG.
Warme Kante [TGI-Spacer/Thermix]
Bezeichnung für MIG-Abstandshalter mit verbesserten thermischen Eigenschaften.
Wärmeausdehnungs-Koeffizient
Formelbuchstabe: [von Floatglas bei 20 bis 300°C : 9 x 10-6 K-1]. Gibt die Längenänderung bei einer Erwärmung um 1°C an. Dies bedeutet: Eine Glastafel dehnt sich pro 1 m Länge bei 1K Temperaturerhöhungum ca. 0,009 mm aus. Messung nach DIN 52 328.
Wärmedämmglas
Glas dessen Beschichtung [wenige Atomschichten dicker Metallauftrag] für Strahlung bestimmter Wellenlänge durchlässig [Transmission] ist bzw. die Strahlung [Wärmestrahlung] reflektiert [Reflektion].
Weissglas
Gläser für optisch relevante Anwendungen, bei denen der Eisenanteil reduziert wurde, um so den Grünstich zu minimieren.
X
- kein Eintrag -
Y
- kein Eintrag -
Z
Zinnseite
Bezeichnung für die Floatglas-Seite die mit dem Zinnbad in Berührung kommt. Diese zeichnet sich durch verringerte mechanische Festigkeit aber auch erhöhte chemische Resistenz aus. Erkennbar durch leichtes Fluoreszieren unter UV-Licht.
Zugfestigkeit
Zugspannung bei Bruch [s Sigma Zug bei Bruch].
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