Internationale Arbeitseinsätze von Heideglas Uelzen


Uganda (Dezember 2018)

Mit dem Projekt „Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa“ involviert die Bundesregierung das deutsche Handwerk in die afrikanische berufliche Bildung. Ziel ist es, die Qualifizierung der Menschen vor Ort zu verbessern und die lokale Wirtschaft zu fördern. Dies soll über Betriebs- und Lernpartnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Bildungsorganisationen und Handwerksbetrieben oder über Kurzzeiteinsätze von deutschen Fachkräften des Handwerks erreicht werden.

 

Tanja Neumann von Heideglas Uelzen und neun weitere Handwerker aus dem Baugewerbe besuchten Uganda bereits im Juli 2018. Im Dezember kam es dann für die Uelzenerin und einem Handwerksmeister im Installations- und Heizungsbau zu einem ersten aktiven Einsatz. Die zehntätige Mission wurde von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sowie von der Uganda Small Scale Industries Association (USSIA) und dem Lugogo Vocational Training Institute (VTI) ausgerichtet und zielte zum einen darauf ab, die praktischen Fähigkeiten der Mitgliedsunternehmen der USSIA sowie der Ausbilder am Lugogo VTI im Sanitär-Bereich zu stärken. Zum anderen sollten die Teilnehmer für die Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sensibilisiert werden. Als ausgebildete Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde Tanja Neumann für den zweiten Unterrichts-Bereich eingeteilt. Ihre Lerneinheiten beinhalteten u.a. PowerPoint-Präsentationen, kurze Videoclips sowie verschiedene Materialien der Berufsgenossenschaften. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Gruppenarbeiten, durch die Unterrichtsinhalte selbstständig vertieft werden konnten. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum präsentiert.

 

Die Teilnehmer-Gruppe setzte sich aus acht Männern und fünf Frauen zusammen, die sich stets motiviert zeigten und an allen Übungen aktiv teilnahmen. Auch außerhalb des Unterrichts erlebten die deutschen Handwerksmeister die afrikanische Bevölkerung als äußerst offenherzig und gastfreundlich. Durch Einladungen zu einer traditionellen Hochzeitsfeier und ins private Heim der neuen Bekanntschaft konnten Land und Leute noch besser kennengelernt werden.

 

Tanja Neumann hatte viel Freude an ihrem ersten Einsatz. Weitere dieser Art kann sie sich gut vorstellen, da gerade im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in einigen afrikanischen Ländern noch viel Potenzial nach oben ist. Zusätzlich sind auch Einsätze im Glaser-Handwerk geplant.


Uganda (Juli 2018)

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fuhr Glasermeisterin Tanja Neumann von Heideglas Uelzen gemeinsam mit neun weiteren Handwerkern aus dem Baugewerbe nach Uganda, ein Land mit einem stabilen wirtschaftlichen Wachstum, vor allem im Bereich der verarbeitenden Industrie und der Bauwirtschaft. Ziel dieser nicht ganz alltäglichen Matchingreise war der Aufbau von Betriebs- und Lernpartnerschaften, denn das deutsche Handwerk mit seinem dualen Ausbildungssystem genießt in Uganda einen sehr guten Ruf.

 

Durch den Besuch verschiedener staatlicher, kirchlicher, privater und kooperativer Ausbildungseinrichtungen erhielten die Teilnehmer einen Einblick in das Bildungssystem. Besichtigungen von Baustellen, produzierenden Betrieben im Bereich des Handwerks sowie industrieller bzw. staatlicher Betriebe gaben einen Eindruck von der Praxis. Auffallend war, dass die Gruppe überall in Uganda sehr herzlich empfangen wurde. Schnell kam es deshalb zu individuellen Gesprächen, in denen sich viel über Land, Leute und insbesondere über das jeweilige Arbeitsumfeld ausgetauscht wurde. Dadurch kamen die Handwerker dem Ziel der Reise „Aufbau von Betriebs- und Lernpartnerschaften“ schon recht nahe.

 

Tanja Neumann zum Beispiel baute engen Kontakt zur Uganda Small Scale Industries Association (USSIA), eine Art Handwerkskammer, auf. Hieraus ergab sich die Idee, an einem gemeinsamen Projekt mit dem Thema „Verbesserung der Möglichkeiten für die Qualifizierung und Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen und Förderung von nachfrageorientiertem Handwerk“ zu arbeiten. Angedacht ist die Entwicklung eines Beruflichen Qualifikationsrahmens, dem sogenannten ATP (Assessment and Training Package) für Glaser in Uganda. Anschließend soll der Inhalt den Ausbildern und Trainern vor Ort vermittelt werden. Auch Unterrichtseinheiten im Bereich der Arbeitssicherheit in den verschiedenen Ausbildungseinrichtungen könnte sich Tanja Neumann als weiters Engagement vor Ort vorstellen. Im diesem Bereich ist in Uganda noch viel Potenzial nach oben, und das Sensibilisieren der Nachwuchskräfte für Sicherheit und Umwelt liegt der Fachkraft sehr am Herzen.

 

Zudem entwickelte die Gruppe auch eine gemeinsame Projektidee – ein Haus für Uganda. Hier soll in Zusammenarbeit mit einer ugandischen Ausbildungseinrichtung und deren Auszubildenden ein Haus geplant und gebaut werden. Jedes beteiligte Gewerk, vertreten durch die deutschen Handwerksbetriebe,würde dabei die jeweilige Bauphase mit den Ausbildern und Auszubildenden durchführen.

 

Das weitere Vorgehen bei der Umsetzung der Einzel- sowie der Gruppenideen wird jetzt mit der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) erarbeitet, die diese Reise begleitete.

© GIZ / Dennis Onen, CineLab Akademie, 2018
© GIZ / Dennis Onen, CineLab Akademie, 2018
© GIZ / Dennis Onen, CineLab Akademie, 2018
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